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Corona oder nicht Corona?

Von der Crux, sich mit einem aktuellen Thema auseinandersetzen zu müssen – oder eben nicht

Seit Tagen bin ich in Sachen Social Media wie gelähmt durch ein und dieselbe Frage: Corona thematisieren und explizit Tipps geben, wie man das für sich handeln kann oder den Mund halten und Gefahr laufen, vorgeworfen zu bekommen, dass man doch nicht einfach so weitermachen könne, als sei nichts?

Ich kann nur für mich persönlich sprechen. Meine Strategie in diesen Tagen lautet: bei mir bleiben und sämtliche Mittel in Schwung bringen, die mir ein gutes Gefühl geben und mir helfen, mit den Gedanken im Hier und Jetzt zu sein. Das heißt nicht, so zu tun, als sei nichts. Ich informiere mich ein bis zwei Mal täglich bei seriösen Quellen und verhalte mich entsprechend, um dem Hashtag #flattenthecurve und dem Ziel dahinter gerecht zu werden. Und ich denke durchaus auch voller Mitgefühl an die Menschen, denen es aus verschiedensten Gründen jetzt überhaupt nicht gut geht. Aber ich weigere mich, dem Thema so viel Raum zu geben, dass es überhandnimmt und mich aus meinem Zustand von Zuversicht und Vertrauen ins Leben in eine Spirale aus Angst und Panik katapultiert.

Dazu gehört auch, dass ich vielleicht nicht jedes der vielen tollen Unterstützungsprojekte in meinem Netzwerk like und teile, denn tatsächlich geben selbst die ganzen positiven Impulse in meiner persönlichen Wahrnehmung dem Thema „Dessen-Name-ich-nicht-schon-wieder-nennen-will“, mehr Gewicht. Damit enttäusche ich bestimmt den/die eine/n oder andere/n. Aber es ist meine Form von Selbstschutz. Das tue ich nicht leichtfertig.

Prompt hat sich mein Gewissen zu Wort gemeldet. Ich habe tagelang darüber nachgedacht, ob das nicht egoistisch ist. Ob ich jetzt nicht auch ein Hilfsangebot aus dem Boden stampfen müsste, ob es angesichts meiner beiden selbständigen Standbeine okay ist, dass ich so wenig auf Social Media unterwegs bin und mich äußere. Ob ich mein Netzwerk oder meine Kunden damit in dieser Zeit hängen lasse.

Nach diversen Gesprächen mit meinen engsten Freunden, mit denen ich mich in diesen Tagen öfter und intensiver austausche als sonst, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es okay ist. Für mich ist das der einzige Weg, jetzt klarzukommen. Ich bin mir sicher, dem ein oder anderen wird es genauso gehen, insbesondere wenn Hochsensibilität im Spiel ist. Mögen andere stärker sein als ich und sich mehr für die Allgemeinheit einsetzen. Nehmt es mir bitte nicht übel.

Ich werde also nach wie vor einfach mein Wissen, meine Tipps und meine Gedanken zum Thema Glück und Zufriedenheit mit Euch teilen. Ohne allerdings dabei ständig das allseits präsente Thema „Dessen-Name-ich-nicht-schon-wieder-nennen-will“ explizit zu erwähnen. Ich denke, das tun auch schon genug andere.

 

Bleibt gesund.

 

Bildquelle: Free-Photos auf Pixabay.com


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